Schlafnavigation von Bjoern Steinbrink - Buch - Seite 11
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SCHLAFNAVIGATION
Ein Wasserbett passt sich immer
automatisch dem Körper an!
Das ist schlicht falsch. Wer glaubt, dass sich etwas „automatisch
anpasst“, hat im Physikunterricht vermutlich eher aus dem Fenster
geschaut. Nichts passt sich von selbst an – und ein Wasserbett schon
gar nicht, auch wenn das im Verkaufsgespräch gern etwas… kreativ
dargestellt wird.Tatsächlich gilt das Wasserbett seit Jahren nicht mehr
als ergonomisch sinnvolle Lösung. Der Grund ist einfach: Moderne,
individuell einstellbare Bettsysteme sind inzwischen deutlich überlegen.
Entsprechend liegt der Marktanteil von Wasserbetten auch unter 1 % –
Tendenz weiter sinkend. Ein klarer Hinweis darauf, dass sich diese Idee
nicht gerade als Dauerbrenner bewährt hat.
Warum ist das so? Ganz einfach: In einem Wasserbett wird kein
Material komprimiert, sondern Wasser verdrängt. Und dieses Wasser
muss irgendwo hin. Da der menschliche Körper sein Hauptgewicht in
der Mitte hat, wird das Wasser genau dorthin gedrückt, wo man es
eigentlich nicht braucht – nämlich unter Schultern und Füße. Selbst mit
sogenannter „Beruhigung“ entsteht dabei oft ein leichter
Hängematteneffekt. Klingt gemütlich, ist für die Wirbelsäule aber eher
suboptimal.
Besonders Männer mit breiteren Schultern liegen dadurch häufig
schief, weil die Schulter nicht ausreichend einsinken kann. Bei Frauen
mit gleichmäßigerer Körperverteilung funktioniert das manchmal etwas
besser – aber „manchmal“ ist jetzt nicht unbedingt das, was man sich
für jede Nacht wünscht.
Und nein: Auch das Nachjustieren der Wassermenge löst das Problem
nicht. Mehr oder weniger Wasser verändert vielleicht das Gefühl – aber
nicht die grundlegende Physik. Ergonomie lässt sich eben nicht
auffüllen oder ablassen.
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