Schlafnavigation von Bjoern Steinbrink - Buch - Seite 9
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SCHLAFNAVIGATION
Ich habe immer Nackenverspannungen.
Ich brauche ein neues Kissen!
Nein – auch wenn es die Kissenhersteller noch so gerne behaupten: In
über 90 % der Fälle ist das Kissen gar nicht das eigentliche Problem.
So praktisch es auch wäre, die Lösung für Nackenverspannungen
einfach „neu kaufen, besser schlafen“ zu nennen – ganz so einfach
funktioniert der Körper dann doch nicht. Ein Kissen allein kann nur
begrenzt etwas verändern, auch wenn Marketing gerne das Gegenteil
suggeriert.
Wer regelmäßig mit Verspannungen im Nacken aufwacht, hat meist
ganz andere Stellschrauben. Und die liegen oft nicht im Kissenregal,
sondern im restlichen Bettsystem – oder sogar im Alltag. Betrachtet
man die Schlafumgebung genauer, zeigt sich schnell: Häufig sind eine
zu feste Matratze oder ein schlecht eingestellter bzw. minderwertiger
Lattenrost die eigentlichen Ursachen. Gerade Seitenschläfer brauchen
genügend Einsinktiefe im Schulterbereich. Wenn die Schulter nicht
einsinken kann, sucht sich der Körper eben andere Wege – meist auf
Kosten des Nackens.
Das Kopfkissen spielt dabei eher die Rolle des „Feinjustierers“. Es soll
die richtige Höhe bieten, sich angenehm anfühlen und den Kopf stabil
lagern. Mehr nicht – aber das bitte ordentlich.
Interessant wird es bei Klassikern wie dem alten 80x80 cm
Daunenkissen, das seit Jahren treu im Einsatz ist und vermutlich schon
bessere Zeiten gesehen hat. Klar, wer darauf schläft, empfindet fast
jedes neue Kissen als Offenbarung. Trotzdem gibt es viele Menschen
mit einer ganzen Kissensammlung im Schrank – und keines passt
wirklich. Der Grund ist simpel: Wenn die Basis nicht stimmt, kann auch
das zehnte Kissen keine Wunder vollbringen.
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