Schlafnavigation von Bjoern Steinbrink - Buch - Seite 40
#37
SCHLAFNAVIGATION
Man muss alle Matratzen regelmäßig
drehen und wenden!
Der Glaube, dass Du Deine Matratze regelmäßig wenden musst, hält
sich hartnäckig – wurde schließlich über Generationen weitergegeben.
Klingt also erstmal plausibel. Ist heute aber meist überholt. Früher, bei
klassischen Federkernmatratzen, war Wenden tatsächlich sinnvoll.
Diese Konstruktionen neigten dazu, sich punktuell zu verformen. Durch
Drehen und Wenden konnte man die Belastung besser verteilen und
die Lebensdauer verlängern. Das hatte also durchaus seinen Zweck.
Heute sieht die Welt anders aus. Moderne Matratzen bestehen häufig
aus Materialien wie Kaltschaum, Latex oder Visco. Diese sind deutlich
formstabiler und behalten ihre Eigenschaften länger. Wenn Dein
Lattenrost halbwegs in Ordnung ist (und nicht schon 15 Jahre auf dem
Buckel hat), musst Du Deine Matratze nicht ständig wenden.
Und genau da liegt der eigentliche Knackpunkt: der Lattenrost. Gute
Modelle verlieren nach etwa 10–12 Jahren an Spannkraft, weil Holz
Feuchtigkeit aufnimmt und elastischer wird. Bei günstigen Varianten
passiert das oft schon nach wenigen Jahren. Die Folge: mangelnde
Unterstützung – und plötzlich entstehen Kuhlen. Die kannst Du zwar
durch Wenden kurzfristig „kaschieren“, aber die Ursache bleibt
bestehen. Deshalb empfehlen viele Hersteller weiterhin das Drehen.
Nicht, weil die Matratze es zwingend braucht – sondern weil niemand
weiß, worauf sie bei Dir liegt.
Und dann gibt es noch moderne Schichtsysteme, die gar nicht mehr
wendbar sind, wie z. B. Modelle von TEMPUR. Da erledigt sich das
Thema ohnehin.
Fazit: Wenden kann helfen – muss aber nicht. Entscheidend ist, was
unter der Matratze passiert.
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