Schlafnavigation von Bjoern Steinbrink - Buch - Seite 38
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SCHLAFNAVIGATION
Eine Matratze sollte eine Sommer- und
eine Winterseite haben!
Muss sie nicht – kann sie aber in seltenen Fällen haben. Bevor Du jetzt
denkst, das sei ein Must-have, lohnt sich ein Blick darauf, woher dieses
Konzept überhaupt kommt.
Früher gab es Hersteller wie „FEMIRA“ („Federkern mit Rand“). Damals
bestanden Matratzen oft nur aus einem durchgehenden Drahtsystem –
ohne Zonen, ohne echte Ergonomie. Wollte man diese Matratzen etwas
weicher machen, nahm man dünneren Draht. Problem: Sie bekamen
schneller Kuhlen. Die Lösung? Eine Sommer- und Winterseite. Der
Kunde sollte die Matratze regelmäßig drehen, damit sich die Belastung
verteilt und die Mulden quasi „zurückgedrückt“ werden. Clever –
weniger Reklamationen, längere Haltbarkeit.
Diese Idee wurde später auf viele Matratzen übertragen, unabhängig
davon, ob es wirklich sinnvoll war. Marketing hat den Rest erledigt. Der
eigentliche Effekt der Sommer- und Winterseiten war allerdings
überschaubar. Es wurde meist so wenig unterschiedliches Material
eingesetzt, dass Du kaum einen Unterschied gespürt hast. Und der oft
recht feste Bezug hat die angebliche „bessere Belüftung“ gleich wieder
ausgebremst.
Heute gibt es dieses Konzept immer noch. Teilweise werden
unterschiedliche Bezugsstoffe verwendet, was einen kleinen
Unterschied machen kann. Aber Hand aufs Herz: Der größere Nutzen
liegt oft weiterhin darin, dass Du die Matratze regelmäßig drehst – und
damit die Abnutzung gleichmäßiger verteilst.
Kurz gesagt: Sommer- und Winterseite ist kein entscheidendes
Qualitätsmerkmal, sondern eher ein netter Nebeneffekt mit
historischem Hintergrund. Wenn der Rest nicht passt, rettet Dich auch
keine „Klimaseite“.
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