Schlafnavigation von Bjoern Steinbrink - Buch - Seite 36
#33
SCHLAFNAVIGATION
Im Schlafzimmer muss es immer richtig
kalt sein!
Warum muss es eigentlich „kalt“ sein? Willst Du Lebensmittel lagern –
oder gut schlafen? Genau hier beginnt das Missverständnis. Denn „kalt“
ist ein dehnbarer Begriff. Für manche sind 20 °C schon sibirische
Verhältnisse.
Ein sinnvoller Richtwert fürs Schlafzimmer liegt bei etwa 18 °C. Das ist
für den Körper meist ideal. Wird es deutlich kälter, sinkt die
Schlafqualität. Warum? Ganz einfach: Dein Körper ist evolutionär
darauf programmiert, nicht zu erfrieren. Wenn es nachts zu kalt wird,
schaltet er vom „Regenerationsmodus“ in den „Überlebensmodus“.
Tiefschlaf? Wird dann eher zweitrangig.
Dazu kommt: Kalte Luft wird eingeatmet und kühlt Deinen Körper
zusätzlich von innen herunter. Dein Organismus versucht dann, die
Körpermitte wieder aufzuwärmen – und zieht Energie aus anderen
Bereichen ab. Ergebnis: weniger Regeneration, schlechterer Schlaf.
Viele machen dann den Klassiker: Fenster weit auf, Raum eiskalt – und
das Ganze mit einer dicken Decke „kompensieren“. Funktioniert leider
nur halb. Denn die Luft, die Du einatmest, bleibt kalt.
Wichtiger Punkt: Atme durch die Nase, nicht durch den Mund. Die Nase
wärmt und filtert die Luft auf dem Weg in Deinen Körper. Beim Mund?
Fehlanzeige. Dass viele trotzdem durch den Mund atmen, liegt oft an
Stress und Gewohnheit.
Die gute Nachricht: Nasenatmung lässt sich wieder trainieren. Und
wenn das funktioniert, kannst Du Dein Schlafzimmer sogar etwas
kühler halten – ohne dass Dein Körper in den Panikmodus schaltet.
Aber „kälter ist besser“? Nein. Dein Körper will schlafen, nicht
überleben.
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