Schlafnavigation von Bjoern Steinbrink - Buch - Seite 20
#17
SCHLAFNAVIGATION
M(e)ine Matratze ist sehr gut, weil sie
sogar 7 Zonen hat
Eine wunderbar inszenierte Fehlinformation der Matratzenindustrie! „7
Zonen“ klingt erstmal beeindruckend – fast so, als würdest Du auf
einem Hightech-Wunder schlafen. Die Realität ist deutlich
unspektakulärer: 7 Zonen sind weder ein Qualitätsmerkmal noch etwas
Besonderes. Ehrlich gesagt kann man Zonen ziemlich einfach in eine
Matratze „reinbauen“, ohne dass sie irgendeinen echten Nutzen haben.
Hauptsache, es steht drauf – verkauft sich schließlich besser.
Die eigentlich wichtige Frage stellt kaum jemand: Passen diese Zonen
überhaupt zu Deinem Körper? Denn genau da liegt der Haken. Keine
Matratze passt sich automatisch an Dich an – egal ob sie 5, 7 oder 27
Zonen hat. Mehr Zonen bedeuten nicht automatisch mehr Ergonomie,
auch wenn das Marketing das gerne so darstellt.
Und dann kommt noch etwas dazu: Die Matratze ist ohnehin nur die
Ergänzung zum eigentlichen System – nämlich dem Unterbau. Wenn
der nicht passt, kannst Du Dir auch 12 Zonen auf die Verpackung
drucken lassen, es wird nicht besser.
Spannend ist auch, wie diese Zonen überhaupt entstehen. Da wird mit
unterschiedlichen
Materialien
gearbeitet,
mit
Einschnitten,
Ausfräsungen oder Schichtaufbauten. Je aufwendiger das Ganze,
desto besser kann sich die Matratze zumindest punktuell verhalten.
Aber – und jetzt kommt der überraschende Teil – auch das ist keine
Magie. Eine echte, automatische Anpassung gibt es schlicht nicht.
Kurz gesagt: 7 Zonen sind kein Qualitätsbeweis, sondern eher ein
gutes Beispiel dafür, wie man aus wenig Substanz ziemlich viel
Marketing machen kann.
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