Schlafnavigation von Bjoern Steinbrink - Buch - Seite 15
#12
SCHLAFNAVIGATION
Mein Lattenrost ist gut, denn er hat
Schieberegler zur Einstellung!
Nein, das ist kein Qualitätsmerkmal – auch wenn es im
Verkaufsgespräch gerne genau so dargestellt wird. Ob im Möbelhaus,
beim Discounter oder im Onlineshop: Schieberegler am Lattenrost
werden oft als „ergonomisches Feature“ verkauft. In der Realität sind
sie eher ein nettes Accessoire mit begrenztem Nutzen. Klingt hart, ist
aber leider oft zutreffend.
Die Idee dahinter ist simpel: Zwei übereinanderliegende Leisten sollen
durch Verschieben der Regler fester oder weicher werden. Nach außen
geschoben = fester, nach innen = weicher. Soweit die Theorie. In der
Praxis merken viele Kunden… nichts. Oder die Regler wandern im
Laufe der Zeit einfach wieder dahin, wo sie gerade Lust haben. Und wie
man die „perfekte Einstellung“ findet? Tja, das bleibt häufig ein gut
gehütetes Geheimnis.
Hochwertige Lattenroste setzen deshalb auf andere Lösungen. Statt
Schiebereglern kommen hier höhenverstellbare Leisten oder
komplexere Mechaniken zum Einsatz, die die Körperform tatsächlich
differenziert abbilden können. Das funktioniert deutlich besser – ist
aber eben auch aufwendiger und teurer. Lattenroste mit Schiebereglern
gehören daher oft zur einfacheren Kategorie. Und wenn dann noch ein
sogenannter Mittelgurt verbaut ist, wird es besonders spannend.
Offiziell dient er der Stabilisierung – inoffiziell könnte man meinen, er
soll verhindern, dass das Ganze zu schnell nachgibt. Denn bei wirklich
hochwertigem Holz wäre das in Standardgrößen meist gar nicht nötig
(Ausnahmen bestätigen die Regel, etwa bei breiteren Varianten).
Unterm Strich gilt: Viel Technik sieht beeindruckend aus – muss aber
nicht viel können. Und genau da trennt sich Marketing von echter
Funktion.
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